Psion & EPOC
Psion-Handhelds brachten Kalender, Texte und Tabellen in die Jackentasche – lange bevor Smartphones zum Alltag gehörten. Ihre kompakten Tastaturen und vielseitigen Programme machten sie zu mobilen Arbeitsgeräten. Für Sammler und Entwickler bieten sie bis heute einen spannenden Zugang zur Geschichte tragbarer Computer.
Vom Organiser zum mobilen Büro
Mit dem Organiser von 1984 gehörte Psion zu den frühen Wegbereitern des Handheld-Computings. Spätere Geräte wie die Series 3 verbanden eine grafische Oberfläche mit einer Tastatur und mehreren gleichzeitig laufenden Anwendungen. Damit ließen sich unterwegs Termine verwalten, Notizen schreiben und Berechnungen durchführen.
Psions Bedeutung reicht über die eigenen Geräte hinaus: Aus der EPOC-Plattform entwickelte sich später Symbian, das auf zahlreichen Smartphones eingesetzt wurde. Diese Verbindung dokumentiert das Computer History Museum.
Was ist EPOC?
Zwei Generationen unterscheiden
Die Series-3-Familie gehört zur SIBO-Plattform und verwendet das 16-Bit-Betriebssystem EPOC16. Mit der Series 5 erschien 1997 das neu entwickelte EPOC32 für ARM-Prozessoren. Die ähnliche Bezeichnung verdeckt einen wesentlichen technischen Unterschied: Programme für EPOC16 laufen nicht automatisch unter EPOC32.
EPOC32 verbindet Multitasking mit einer grafischen Bedienoberfläche. Auf der Series 5 ergänzen sich Tastatur und berührungsempfindlicher Bildschirm. Die technischen Grundlagen beider Generationen erläutert das zeitgenössische Programmierhandbuch „Programming Psion Computers“.
Programme nutzen und selbst entwickeln
Zur eingebauten Ausstattung gehören Anwendungen für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Termine und Datenbanken. Mit der BASIC-ähnlichen Sprache OPL konnten Nutzer außerdem direkt auf dem Gerät eigene Programme schreiben. Entwicklungspakete eröffneten weitere Möglichkeiten für anspruchsvollere Software.
Gerade diese Erweiterbarkeit machte die Geräte für eine aktive Entwicklerszene interessant.
Freeware und die Rolle von freEPOC
Zur Geschichte von freEPOC gehören kostenlose Programme wie vCal, Macro5 und FLFinger. Sie stehen für eine Gemeinschaft, die Psion-Geräte mit zusätzlichen Werkzeugen und eigenen Ideen weiterentwickelte.
Wer historische Anwendungen sucht, findet im Psion Software Index ein umfangreiches Verzeichnis für EPOC16 und EPOC32. Entscheidend sind dabei das unterstützte Gerätemodell, die Betriebssystemversion und gegebenenfalls benötigte Zusatzbibliotheken. Freeware bezeichnet kostenlose Nutzung; ob Quellcode verfügbar ist oder eine Weitergabe erlaubt wird, bestimmen die jeweiligen Lizenzbedingungen.
Ein vorhandenes Gerät wieder nutzen
Für den Einstieg lohnt es sich, zunächst Modell und Systemversion festzustellen und vorhandene Daten zu sichern. Danach lassen sich die eingebauten Anwendungen erkunden und passende Erweiterungen auswählen. Originalhandbücher und mitgelieferte Hilfedateien helfen bei Installation, Datenaustausch und Bedienung – und machen die Arbeitsweise dieser frühen mobilen Computer nachvollziehbar.