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Macro5 für Psion: Wiederkehrende Aufgaben mit Makros automatisieren

Macro5 für Psion: Wiederkehrende Aufgaben mit Makros automatisieren

Die tägliche Notiz öffnen, zwischen Agenda und Textverarbeitung wechseln, dieselbe Grußformel eintippen: Auf einem Psion summieren sich solche kleinen Handgriffe schnell. Macro5 kann wiederkehrende Bedienabläufe verkürzen und häufig benötigte Programme oder Dokumente per Tastenkombination erreichbar machen. Besonders nützlich wird das Werkzeug, wenn man mit wenigen, überschaubaren Makros beginnt.

Was Macro5 auf dem Psion übernimmt

Macro5 ist ein von Pascal Nicolas entwickeltes Werkzeug für EPOC32-Geräte. Es verbindet Funktionen eines Programmstarters mit der Möglichkeit, Tastatureingaben aufzuzeichnen und Makros auszuführen. Damit reicht sein Einsatz vom schnellen Dokumentaufruf bis zu umfangreicheren Abläufen mit OPL, der Programmiersprache der Psion-Plattform.

Zur technischen Einordnung: Das Betriebssystem EPOC und seine Gerätegenerationen bilden den Hintergrund dieser Software. Ein Psion Series 3 mit SIBO benötigt andere Programme als ein Series 5 oder 5mx mit EPOC32. Der Markenname allein genügt deshalb nicht, um die Kompatibilität zu beurteilen.

Im freEPOC-Archiv wurde im Mai 2004 eine Weiterentwicklung von Macro5 angekündigt: Martin Guthrie hatte die Unterstützung für ER5-Geräte mit Farbbildschirm verbessert. Wer heute ein altes Installationspaket verwendet, sollte entsprechend auf dessen Versionsstand und Gerätehinweise achten.

Für den Einstieg braucht man keine Programmierkenntnisse. Eine kurze Tastaturfolge oder ein direkter Dokumentaufruf kann bereits spürbar Arbeit sparen.

Drei praktische Anwendungen für Psion Makros

Häufig benötigte Dokumente direkt öffnen

Eine Aufgabenliste liegt in einem Unterordner, das Haushaltsbuch in einem anderen. Statt sich jedes Mal durch die Dateiverwaltung zu bewegen, lässt sich der Aufruf solcher Dokumente in Macro5 hinterlegen.

Als erster Versuch eignet sich eine einzelne, regelmäßig verwendete Datei. Gib dem Eintrag einen verständlichen Namen wie „Haushaltsbuch“ und wähle eine freie Tastenkombination. Prüfe anschließend, ob der Aufruf auch aus einer anderen Anwendung heraus funktioniert.

Bei einem festen Dokumentaufruf ist der Speicherort entscheidend: Wird die Datei verschoben oder umbenannt, muss die Zuordnung angepasst werden.

Wiederkehrende Texte eingeben

Grußformeln, kurze Signaturen oder gleichbleibende Überschriften eignen sich für aufgezeichnete Tastaturfolgen. Eine einfache Notizvorlage könnte beispielsweise diese Felder enthalten:

  • Thema:
  • Beobachtung:
  • Nächster Schritt:

Ein solches Makro spart Tipparbeit, während die eigentlichen Inhalte weiterhin von Hand eingetragen werden. Beginne mit reinem Text. Zusätzliche Formatierung und Cursorbewegungen machen den Ablauf stärker von der jeweiligen Anwendung abhängig.

Wichtig ist die Einfügestelle: Eine Tastaturfolge wirkt dort, wo die Eingabe gerade ankommt. Steht der Cursor im Suchfeld, landet die Vorlage möglicherweise dort statt im Dokument.

Zwischen Anwendungen wechseln

Wer Angaben aus einer Datenbank in einen Text übernimmt oder beim Planen ständig zwischen Agenda und Notizen wechselt, profitiert von schnell erreichbaren Anwendungen. Macro5 bietet dafür Möglichkeiten zum Starten und Umschalten.

Richte zunächst die einzelnen Aufrufe ein. Erst wenn sie zuverlässig funktionieren, lohnt sich eine zusammenhängende Folge aus Anwendungswechsel und weiteren Eingaben. So lässt sich leichter erkennen, welcher Schritt bei einem Fehler verantwortlich ist.

Das erste Makro schrittweise aufbauen

Für eine erste EPOC Automatisierung ist eine kurze Texteingabe besonders geeignet. Sie liefert sofort ein sichtbares Ergebnis und lässt sich in einem Testdokument gefahrlos ausprobieren.

  1. Installation prüfen. Lies die Hinweise des Macro5-Pakets und installiere gegebenenfalls die dort genannten Zusatzkomponenten. Sichere vorher deine vorhandenen Daten.
  2. Ausgangszustand herstellen. Öffne ein leeres Testdokument und setze den Cursor an eine eindeutig erkennbare Stelle.
  3. Aufzeichnung starten. Verwende die Aufnahmefunktion deiner Macro5-Version und tippe einen kurzen Text, etwa „Telefonnotiz:“.
  4. Aufzeichnung beenden und benennen. Wähle einen Namen, der den Zweck beschreibt.
  5. Erneut ausführen. Stelle denselben Ausgangszustand her und kontrolliere, ob genau der gewünschte Text erscheint.
  6. Aufruf vereinfachen. Ordne dem fertigen Eintrag eine freie Tastenkombination zu und teste auch diesen Aufruf.

Die konkreten Menübezeichnungen und Aufnahmebefehle solltest du der Hilfe deiner Version entnehmen. Historische Pakete können sich unterscheiden.

Erweitere das Makro anschließend um jeweils einen Schritt. Eine zusätzliche Zeile ist schnell geprüft; eine lange Folge aus Dialogen, Anwendungswechseln und Texteingaben ist deutlich schwerer zu untersuchen.

Wann OPL-Makros sinnvoll werden

Eine aufgezeichnete Tastaturfolge wiederholt Eingaben. Sobald ein Ablauf Entscheidungen treffen, Daten verarbeiten oder auf unterschiedliche Situationen reagieren soll, wird ein programmiertes Makro interessanter.

Macro5 kann OPL-Makros ausführen und stellt dafür Erweiterungen bereit. In historischen Sammlungen begegnen einem häufig .opl-Dateien mit dem Quelltext und .opo-Dateien mit dem übersetzten Programm. Bei Makros, die Macro5-Funktionen verwenden, ist auch der vorgesehene Start über den Makrostarter wichtig.

Ein anschauliches Beispiel ist IndentOPL von Ulrich Hornstein. Dieses Macro5-Makro dient dazu, Einrückungen im eingebauten OPL-Editor anhand von Schlüsselwörtern neu zu gestalten. Es zeigt, wie aus einer wiederkehrenden Bearbeitungsaufgabe ein spezialisiertes Werkzeug werden kann.

Für eigene Entwicklungen lohnt es sich, ein kleines vorhandenes Makro zu lesen und dessen Voraussetzungen zu verstehen, bevor man es erweitert.

Der historische Hinweis auf ein Vim-Plugin

Im historischen Kontext wird außerdem ein Einsatz von Macro5 mit einem Vim-Plugin erwähnt. Die genaue Erweiterung und ihr Funktionsumfang lassen sich aus den verfügbaren Hinweisen jedoch nicht eindeutig bestimmen. Eine konkrete Installationsanleitung wäre deshalb ohne das zugehörige Paket oder dessen Dokumentation spekulativ.

Für eine Rekonstruktion müssen drei Dinge zusammenpassen: die Macro5-Version, die verwendete Vim-Portierung für EPOC und die Anforderungen des Plugins. Eine damalige Erweiterung lässt sich nicht automatisch durch ein heutiges Vim-Plugin ersetzen.

Auch technisch sind die Aufgaben zu unterscheiden: Macro5 automatisiert Bedienabläufe auf dem Psion; Vim besitzt eigene Möglichkeiten, Bearbeitungsbefehle innerhalb des Editors zu wiederholen. Welche Verbindung das erwähnte Plugin herstellte, muss seine Dokumentation erklären.

Wer ein entsprechendes Archiv findet, sollte zuerst die README-Datei lesen und die Kombination mit einer entbehrlichen Textdatei testen.

Zuverlässige Makros brauchen klare Voraussetzungen

Die häufigsten Schwierigkeiten entstehen durch einen veränderten Ausgangszustand: Ein Dialog ist noch geöffnet, eine andere Anwendung hat den Fokus oder ein Dokument liegt inzwischen auf einem anderen Laufwerk.

Halte deshalb für jedes Makro kurz fest, wo es gestartet werden soll und was danach zu sehen sein muss. Bei aufgezeichneten Abläufen können außerdem Spracheinstellungen und unterschiedliche Menüfolgen eine Rolle spielen. Nach einem Anwendungswechsel sollte genügend Zeit zum Öffnen bleiben.

Lass Löschvorgänge und das Überschreiben wichtiger Dateien zunächst aus deinen Versuchen heraus. Ein guter Anfang sind drei kleine Helfer: ein Dokumentaufruf, ein Textbaustein und ein Anwendungswechsel. Wenn diese zuverlässig sitzen, wächst aus Macro5 nach und nach eine Sammlung persönlicher Abkürzungen für den Psion-Alltag.